Welche Formen von Angststörungen gibt es?

Angststörungen können ganz unterschiedlich aussehen. Manche Menschen machen sich ständig Sorgen, andere erleben plötzlich Panikattacken, wieder andere vermeiden bestimmte Orte oder Situationen. Deshalb gibt es nicht die eine Angststörung, sondern verschiedene Formen, die sich auf unterschiedliche Weise zeigen können.
Vielleicht erkennst du dich in einer der folgenden Beschreibungen wieder. Viele Betroffene sind erleichtert, wenn sie merken, dass ihre Erfahrungen einen Namen haben und sie mit ihren Ängsten nicht allein sind.
Generalisierte Angststörung
Eine häufige Form ist die Generalisierte Angststörung. Dabei kreisen die Gedanken ständig um mögliche Probleme und Gefahren. Es geht um die Gesundheit, die Familie, den Job, Geld oder die Zukunft. Kaum ist eine Sorge verschwunden, taucht schon die nächste auf. Das Grübeln hört oft nie ganz auf. Viele Betroffene fühlen sich dauerhaft angespannt und haben das Gefühl, ständig auf der Hut sein zu müssen.
Panikstörung
Bei einer Panikstörung stehen dagegen die Panikattacken im Vordergrund. Sie treten oft scheinbar aus dem Nichts auf und können sehr beängstigend sein. Herzrasen, Schwindel, Atemnot, Zittern oder das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, gehören zu den typischen Symptomen. Viele Menschen glauben während einer Panikattacke sogar, einen Herzinfarkt zu bekommen oder ernsthaft krank zu sein. Nach einiger Zeit entwickelt sich häufig die Angst vor der nächsten Attacke – ein Kreislauf, der das Leben stark einschränken kann.
Phobien
Zu den bekanntesten Angststörungen gehören die spezifischen Phobien. Hier richtet sich die Angst auf ganz bestimmte Dinge oder Situationen. Das können Spinnen, Hunde, Spritzen, Höhen, Fahrstühle oder Flugreisen sein. Oft reicht schon der Gedanke daran aus, um starke Angst auszulösen. Deshalb versuchen viele Betroffene, solche Situationen möglichst zu vermeiden.
Soziale Angststörung
Eine weitere Form ist die Soziale Angststörung. Hier steht die Angst im Mittelpunkt, von anderen Menschen bewertet oder negativ beurteilt zu werden. Gespräche, Telefonate, Restaurantbesuche oder Vorträge können zu einer großen Belastung werden. Viele Betroffene haben Angst, sich zu blamieren, rot zu werden oder unsicher zu wirken. Dadurch ziehen sie sich häufig immer mehr zurück.
Agoraphobie
Sehr häufig ist auch die Agoraphobie, die oft als Platzangst bezeichnet wird. Dabei geht es weniger um große Plätze als vielmehr um die Angst, in einer Situation festzustecken oder keine Hilfe zu bekommen. Einkaufszentren, öffentliche Verkehrsmittel, Warteschlangen oder Menschenmengen können deshalb starke Unsicherheit auslösen. Manche Menschen verlassen das Haus nur noch in Begleitung einer vertrauten Person.
Gesundheitsangst – Hypochondrie
Ebenfalls weit verbreitet ist die Gesundheitsangst, auch als Hypochondrie bezeichnet. Betroffene machen sich große Sorgen um ihre Gesundheit und beobachten ihren Körper sehr genau. Schon kleine Beschwerden wie Herzstolpern, Schwindel, Kopfschmerzen oder ein Ziehen im Brustkorb werden schnell als Anzeichen einer schweren Krankheit interpretiert. Trotz ärztlicher Untersuchungen und beruhigender Befunde kehren die Zweifel oft immer wieder zurück. Viele Menschen verbringen viel Zeit damit, Symptome zu beobachten, im Internet nach Krankheiten zu suchen oder sich immer wieder rückzuversichern.
Auch wenn sich diese Angststörungen unterschiedlich zeigen, haben sie etwas gemeinsam: Sie können das Leben erheblich belasten und viel Kraft kosten. Die gute Nachricht ist jedoch, dass Ängste verstanden und behandelt werden können. Viele Menschen schaffen es, Schritt für Schritt aus dem Teufelskreis auszubrechen und wieder mehr Vertrauen in sich selbst und ihren Körper zu entwickeln. Niemand muss mit seiner Angst alleine bleiben.
Meine Erfahrungen habe gezeigt, dass es wichtig ist mit vertrauten Menschen über die Sorgen und die Ängste zu sprechen. Ebenso ist eine Therapie ein wichtiger Schritt. Über 20 Jahre hatte ich eine Generalisierte Angststörung, die mein Leben sehr eingeschränkt haben. Mittlerweile habe ich gute Wege gefunden, mit der Angst und Panik ein Leben mit Freude zu leben. Ja, wir können trotz der Angststörung und Panik ein glückliches Leben haben.
Deshalb möchte ich auch dir Mut machen – gibt niemals auf – gehen deinen Weg Schritt für Schritt.

