Morgentief

Warum habe ich morgens sofort Angst?

Morgentief - Warum habe ich morgens sofort Angst?

Die Angst am Morgen hat mich lange besonders belastet. Kaum waren die Augen offen, war sie wieder da. Noch bevor ich richtig wach war, spürte ich diese innere Unruhe, dieses unangenehme Gefühl im Bauch oder in der Brust. Manchmal war es nur eine leichte Anspannung. An anderen Tagen fühlte es sich an, als hätte jemand einen Schalter umgelegt und die Angst sofort eingeschaltet. Diese niedergeschlagene und traurige Stimmung unmittelbar nach dem Aufwachen morgens.

Genau das habe ich lange nicht verstanden.

Morgentief – wenn die Angst morgens schon da ist

Der neue Tag hatte noch gar nicht begonnen. Es war nichts passiert. Ich lag einfach nur im Bett. Trotzdem war die Angst da.

Dadurch entstand schnell die nächste Sorge. Wenn die Angst schon direkt nach dem Aufwachen auftaucht, muss das doch einen Grund haben, oder? Vielleicht stimmt etwas nicht mit mir. Vielleicht wird heute wieder ein schlechter Tag. Vielleicht wird die Angst nie mehr verschwinden.

Während meiner schlimmsten Angstphase war mein Nervensystem praktisch ständig in Alarmbereitschaft. Die Angst musste nicht erst durch ein bestimmtes Ereignis ausgelöst werden. Sie war oft schon vorhanden, bevor der Tag überhaupt begonnen hatte.

Hinzu kam, dass morgens noch alles ruhig ist. Keine Ablenkung oder Gespräche. Die Aufmerksamkeit richtet sich automatisch stärker nach innen. Jeder Gedanke, jedes Gefühl und jede körperliche Empfindung wird viel bewusster wahrgenommen als später im Alltag.

Bei mir begann dann oft sofort das Grübeln. Wie wird der Tag heute? Werde ich die Angst wieder spüren? Was ist, wenn es schlimmer wird?

Innerhalb weniger Minuten war ich gedanklich mitten in meinen Sorgen und die Anspannung wurde noch stärker.

Eine wichtige Erkenntnis war für mich irgendwann, die Angst am Morgen nicht mehr als schlechtes Zeichen zu betrachten. Sie bedeutete nicht automatisch, dass der Tag schlecht laufen muss. Sie bedeutet auch nicht, dass etwas Gefährliches bevorsteht.

Die Angst war einfach da. Unangenehm, ja. Aber nicht gefährlich.

Je weniger Bedeutung ich diesem Gefühl gegeben habe, desto leichter fiel es mir, den Tag trotzdem zu beginnen. Und oft stellte ich später fest, dass die Angst im Laufe des Tages wieder schwächer wurde. Und ich verlor diese Angst vor der Angst.

Es ist ein Prozess, den wir Schritt für Schritt gehen müssen. Nach und nach werden die Gefühl sich von der Angst am Morgen lösen. Wir werden freier, gewinnen Vertrauen und haben Mut weiterzugehen.

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